Banner_50_Jahre04
Besucherzähler

HP

Leseproben

BuiltWithNOF
Ein Wort von drüben 6

Pfarrer Hermann Wagner

Ein Wort von drüben

Mein letztes Buch

Weil es sicher das letzte Buch ist, das ich im Alter von 94 Jahren schreibe, darf ich es so betiteln. Es ist eine Nachricht von drüben, über welche ich mir auch nicht ganz sicher bin. Aber ich schreibe es, weil ihr doch darauf alle neugierig seid. Viele Jahre liegt es zurück, Jahrzehnte gar, als ich das erfahren hab. Ich darf nicht sagen, wer und wo, sonst möchtet ihr darüber nachforschen. Der Mann lebt längst nicht mehr.
Es war ein alter kranker Pater, der einmal Missionar in Afrika war. Er war sehr fromm. Ein Kollege hat mich auf ihn aufmerksam gemacht. Seine Schwester sagte mir, wie ich anklopfte: Kommens nur rein, mein Bruder freut sich, wenn ein Kollege ihn besucht.
Er lag in einem Schlafmantel bekleidet auf einem Diwan und konnte sich nur mühsam ein wenig erheben. Ich wollte gleich wieder gehen, um ihn nicht so zu plagen. Aber seine Schwester kam und richtete ihm seine Liege bequem, so dass er sehr zufrieden war.  Und dann als wir uns beide zusammen gefunden hatten, sagte er:
Hermann, ich kenn doch schon Deine Bücher. Du kannst so lebensfroh erzählen. Dann machte er eine Pause. Er schaute mich durchdringend an und meinte:
Ja, ich glaube, Du wärst der, der darüber nachdenken und schreiben könnte, wenn Du meinst, dass man überhaupt davon schreiben soll.
Er fragte mich: Hermann, kannst Du stenographieren in Einheitsstenographie. Das bejahte ich. Da rief er seiner Schwester. Die kam und er sagte ihr: Berta, hol mir die blaue Mappe aus dem Schrank neben dem Schreibtisch. Ganz unten liegt sie. Hab sie ja nie mehr gebraucht. Bald kam die Schwester mit der blauem Mappe. Die war ziemlich dick. Wohl weit über hundert Blätter lagen darin. Alle beschrieben in Steno. Ich versuchte zu lesen. Wenn auch alles mit Bleistift beschrieben war, ich konnte es ziemlich gut lesen. Oskar, eigentlich Pater Oskar sagte: Hermann, nimm Dir die ganze Mappe mit! Ich brauch sie wohl doch nicht mehr. Ich hatte versucht, es früheren Mitbrüdern vorzulesen. Sie lachten mich aus und sagten, das sei alles Spinnerei. Mit so was kann man heute überhaupt nichts mehr machen. Ich soll das Zeug wegwerfen!

P. Oskar machte mich beim nächsten Besuch aufmerksam:
Weißt Du, ich war lange in Afrika Missionar. Ich war dabei sehr glücklich und eifrig. Ich hatte einen lieben Mitbruder, Frater Lukas. Er war nicht Priester, obwohl er Theologie studiert hatte, liess er sich nicht weihen aus so großer Ehrfurcht vor dem Priestertum. Er war nur Frater. Aber er war den Schwarzen ein so väterlicher Freund, dass sie ihn alle nur den Padre Luka nannten, ihm vertrauten und liebten wie einem Vater.  Und er konnte ihnen alles zeigen in der Landwirtschaft und im Handwerk.
Aber da kam unerwartet ein feindlicher Überall von einem bösem Stamm, der rauben und plündern wollte.  Die Räuber wurden durch unsere tapferen Männer bald vertrieben. Aber einige von uns waren verwundet. Und Frater Luka lag von einem Giftpfeil getroffen im Tode. Die Hilfe des Arztes kam zu spät. Es war eine bittere Beerdigung als wir am nächsten Tag ihn zu Grabe tragen mussten. Ich musste bitterlich weinen, denn er war mein bester Mitbruder und Freund, denn ich je im Leben hatte.
Wenige Wochen nach seinem Tod klopfte es in der Nacht an meinem Bett. Ich hörte die Stimme etwas leise:
Padre, ich bin es, Dein Freund und Bruder Luka!  Ich hatte allein ein Zimmer neben der Kapelle, so dass es niemand sonst hören könnte. So fragte ich: bist Du es wirklich, mein lieber Luka! Ja, ich bin es! sagte er. Er zeigte mir sein Gesicht. Dann nie mehr. Er sagte: Damit Du sicher bist, dass ich es bin, darfst Du mich kurz sehen. Sonst nie mehr. Aber reden darf ich mit Dir oft. Du darfst mich auch vieles fragen. Aber ich weiß immer schon, ich sehe das an Dir, was Du mich fragen willst. Dennoch frage mich, wenn Du meinst, es ist besser. Du schreibst in Kurzschrift. Das ist gut, so kann ich normal zu Dir reden und Du hast es schon auf Papier. Denn Du möchtest das alles aufschreiben, wie ich sehe.
Ja, ich sehe das alles, was Du tun willst. .....

DIN A6, 64-seitig, Bestell-Nr. 110

zurück zur Homepage Pfeil weiter zur Bestellung Pfeil

Dieses Buch ist auch als eBook erhältlich! Bestell-Nr. e110

[Anneliese Michel] [Ablässe/Stoßgebete] [Apokalypse] [Auch der Himmel lacht] [Betracht. Lebensideal] [Brot des Lebens] [Bruder Georg] [Christliche Meditation] [Christus in Lanciano] [Christus kommt bald] [Der himmlische Hof] [Der Weg Rußlands] [Das Paradies] [Der Tod u. d. Fegfeuer] [Die Hölle existiert] [Die heilende Madonna] [Die Barmh. Gottes] [Die Hl. Brigitta] [Ein Wort von drüben] [Gebetbüchlein hl Josef] [Gebetsjuwelen] [Gegen jede Krankheit...] [Geschichten a m Leben] [Goldener Rosenkranz] [Hl. Colombiere] [Hl. Philomena] [Heimkehr 2] [Herz-Jesu-Buch] [Jesus lehre uns beten] [Judas Thaddäus] [Keiner wills glauben] [Kleiner Katechismus] [Kostbare Aufopferung] [Leitsterne z. Himmel] [Nimm Dein Bett u. geh] [Nur eine H. Vertrauen] [Obermauerbach] [Ohne Priester kein ...] [Pribram] [So wahr Gott lebt...] [Strahlendes Licht...] [Sünderkreuzzug] [Tägl. Gang z. Fegfeuer] [Vorauss. Egger Gilge] [Vater, Mutter, segne...] [Wachet und betet!]