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Leitsterne 6

Pater Bonaventura Blattmann
Leitsterne
zum Himmel

Jesus: Hast du, liebe Seele, schon die Wichtigkeit eines Augenblickes bedacht?
Seele: Nein, mein guter Jesus. O bitte, belehre mich darüber.

Jesus: So höre mich und beherzige, was ich dir mitteile. Jeden Augenblick stehen für dich, liebe Seele, sowohl die Gnade als auch die Prüfung bereit. Beide stehen sozusagen stets vor deiner Tür. Dieses aber ist gewiß, daß ich stets mit meiner Liebe und Gnade voraus gehe, bevor ich ein Leiden oder eine Prüfung über dich kommen lasse. Es kommt dir das freilich nicht so vor, denn du siehst statt der Gnade nur Leiden. Der Grund dafür ist der, daß die Gnade tief innerlich der Seele mitgeteilt wird, die Leiden und Prüfungen hingegen treten meist äußerlich an die Seele heran. Da sei dir im besonderen gesagt, dass ich nicht selten Menschen als meine Werkzeuge benütze, um dir die für dich bestimmten Leiden und Prüfungen zuzufügen. Oder ich lasse auch menschliche Schwächen und Krankheiten zu, unter denen du seufzest, weil du nicht wissen und nicht verstehen willst, daß alle diese Leiden nicht nur große Gnadengeschenke Gottes sind, sondern dass unter all diesen Leiden und Prüfungen auch die kostbarsten Gnaden verborgen sind.

Ich habe dir, liebe Seele, ein gar großes Gut verliehen, und das ist die Erkenntnis. Wenn du diese benützest, kannst du alle Leiden und Prüfungen in rechtmäßiger Weise verwerten und auch in all dem mitwirken, was du für recht erkennst. Durch die Erkenntnis und durch die im rechtmäßigen Sinn ertragenen Leiden werden diese zu Gnaden, und zur innigen Vereinigung mit meinem heiligsten Willen geführt.
Ein jeder Augenblick kann einen Gedanken oder einen Willensakt, einen Entschluß, eine Selbsthinopferung, oder eine Lostrennung von mir in sich schließen.
Ja, es streiten und kämpfen oft zwei Mächte in der Seele und ein Augenblick ist es, wo die Seele sich entweder zum Guten oder zum Bösen entscheidet. In einem Augenblick ist ein Leben von dreißig, fünfzig oder achtzig Jahren abgeschlossen für diese Zeit. Ein Augenblick ist es, in dem von mir selbst das Urteil über die Seele gefällt wird. Und wieder ein Augenblick ist es, in dem der Seele mitgeteilt wird, ob sie ewig glücklich im Himmel, oder ewig unglücklich und verdammt in der Hölle sein wird.
Das ganze Leben ist aus lauter Augenblicken zusammengesetzt. Niemand kann die Augenblicke alle zählen, die ihm während seines ganzen Lebens gegeben waren. Gott aber kennt sie alle. Ihm mussßt du auch einst über den Gebrauch eines jeden Augenblickes Rechenschaft ablegen. Glücklich und selig aber alle jene Seelen, welche sowohl mit der Gnade mitgewirkt, als auch die Leiden und Prüfungen so ertragen haben, dass alle für sie zu ewigen Verdiensten wurden.
Nun sage ich aber: “Betet ohne Unterlass”. Das Gebet ist eben ein Hauptmittel, wodurch du alle Augenblicke in rechtmäßiger Weise benützen kannst. Denn wenn du allzeit betest, das heißt und will sagen, wenn du bei allem eine gute Meinung hast und dich mit mir vereinigst, wird dir alles, sei es was du auch nur immer tust, arbeitest oder leidest, zum Verdienste gereichen.
Ein anderes gar wichtiges Mittel sind für die Seelen die Stossgebetlein. Denn siehe, liebe Seele, betest du Stossgebetlein in den Augenblicken der Gnade, so wird dadurch der Gnadenzufluss desto größer werden. Betest du aber Stossgebetlein, wenn du in Leiden und Prüfungen bist, dann werden durch die Stossgebetlein alle Leiden und Prüfungen zu großen Gnadenquellen. Gleichwie ohne Unterlass der Herz- und Pulsschlag vor sich geht, so sollst du auch ohne Unterlass das innerliche Gebet pflegen.
In der Zeit aber, wo du von gar vielen Arbeiten abgehalten bist, sollst du wenigstens den Willen wirken lassen. Da nämlich jeder Augenblick im Leben des Menschen so kostbar ist, dass keiner davon verloren gehen oder unbenützt bleiben soll, so sollst du ganz besonders zur Zeit der Arbeit den Willen tätig sein lassen, und zwar nicht nur für die Gegenwart des heutigen Tages, sondern du sollst mit dem Willen auch voraus wirken wollen. O diese geistige Tätigkeit des Willens, sowohl für sich selbst, als auch für alle Seelen, wodurch du alle Augenblicke aller Menschen heiligen und nach meinem Willen mir darbringen und aufopfern willst und dieses dem Willen nach auch tust, das ist ein so grosses geistiges Arbeitsfeld, aus dem unendliche geistige Früchte hervorsprießen und gar Großes in der Zeit für die ganze Ewigkeit gewirkt wird.
Wenn ich sagte: “Ich habe Feuer auf die Erde gebracht, und was will ich anderes, als dass es brenne”, siehe, so will ich von den Seelen, dass sie alle in Liebe zu mir entzündet, ihr Leben in meinen Dienst stellen und alle Augenblicke zu Gnaden machen und sich heiligen sollen. Das tun aber die allerwenigsten Seelen. Es unterlassen dieses aber auch sogar viele von jenen Seelen, die sich meine Diener und Dienerinnen nennen.
Wie überall, so kannst du auch in diesem Punkt Sühne- und Ersatzleistend eintreten. Es geschieht das dadurch, dass du alles im Namen aller Seelen und für alle Seelen tust und tun willst. Du sollst das in so weitgehender Weise tun, dass du nicht nur großzügig, sondern geradezu hochherzig bist.

Seele: Bitte, mein liebster Heiland, was heißt hochherzig? Sei so lieb und erkläre mir dieses Wort.
Jesus: Siehe, nur ein Augenblick ist erfordert, um einen Akt der Liebe zu erwecken, um dich da und dort zu überwinden, um der Einladung der Gnade und Liebe Gottes Folge zu leisten, oder der verdorbenen Natur nachzugeben. All das kannst du aus verschiedenen Beweggründen tun.

Zum Beispiel, damit ich dich ewiglich dafür belohne, oder um mir deine Liebe in der Tat zu beweisen, oder damit ich dich an meinem ewigen Wirken Anteil nehmen lasse, oder im Namen und für alle Seelen, oder um für die Absichten und Interessen Gottes tätig zu sein. Je erhabener und weitherziger deine Beweggründe sind, um so mehr handelst du hochherzig.
Damit du mich aber noch besser verstehst, so nimm das Beispiel von einer guten Mutter, die viele Kinder hat. Alle schliesst sie in ihre Liebe ein. Sie bezeugt aber ihre Liebe zu den Kindern auch in der Tat, indem sie für alle ihre Kinder lebt, um ihnen das, was ein jedes braucht, zu verschaffen. Eine gute Mutter betet gar viel für ihre Kinder, sie bringt auch gar viele Opfer, übt gar viele Entsagungen, verleugnet sich selbst und leidet oft sehr viel. Alles tut sie gerne, weil sie hofft, dass der große Segen der Leiden und der Opfer ihren Kindern zugute kommt.
Jetzt wende dieses Beispiel auf dich selbst an. Siehe, du kannst Gleiches tun, aber nicht nur für so wenige Seelen, wie eine Mutter, sondern du kannst aus Liebe zu mir alle deine Gebete, Arbeiten, Opfer und Leiden durch die Willenstätigkeit im Namen und für alle Seelen mir darbringen. Machst du es so, dann, liebe Seele, wirkst du hochherzig. Dann lebst du auch für mich und meine Interessen und ich selbst werde dein ewiger, jeden Begriff übersteigender Lohn sein.
Wie ganz anders ist es bei all jenen, die nur für das Irdische leben, das schnell vergeht, wie die Blume des Feldes, wie der Rauch in der Luft. Bedenke bei allem, es dauert nur einen Augenblick, und es ist vorüber. Wie verschieden aber ist das, was von einem Augenblick zurück bleibt. Durch jeden Augenblick benützter Gnade gehst du mit mir eine innigere Verbindung ein. Willigst du aber in einem Augenblick in die Sünde ein, so kannst du auch in einem Augenblick ein Sklave des Satans werden.
In deinem Leben reiht sich Augenblick an Augenblick. Merke dir aber wohl, jeden dieser Augenblicke hat Gott dir gleichsam in die Hand gegeben. Du selbst kannst wählen, wie du ihn benützen willst, ob zu deiner größeren ewigen Seligkeit oder zu deiner tieferen Verdammnis. .....

DIN A6, 64-seitig, Bestell-Nr. 065

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