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Egger Gilge 602

Kaplan Gottfried Melzer

Die Voraussagen des Matreier
Propheten Egger Gilge
*1663  + 1735

Der Egger Gilge, auch Klaunzer genannt, lebte vor mehr als 300 Jahren in Matrei in Osttirol. Er war dort 1663 geboren und wurde auf den Namen Virgil getauft, davon sein Name „Gilge“ oder „Gille“ oder „Jilgen”. Der hl. Virgilius war Abt von St. Peter in Salzburg und später Bischof dortselbst. Er war der Erbauer des ersten Domes von Salzburg. Matrei gehörte lange Jahrhunderte zur Erzdiözese Salzburg.

Der Egger Gilge war ein einfacher Bauer auf dem Untereggerhof am Klaunzerberg (von da der Beiname „Klaunzer“). Er war ein schlichter Mann aus dem Volke. Er konnte weder schreiben noch lesen, wie es zu damaligen Zeiten häufig der Fall war. Er hatte die Gabe der Schau zukünftiger Dinge, und über das, was er sah und wußte, sprach er zu seinen Landsleuten. In alten Handschrift ist ungefähr folgendes zu lesen: „Dieser Egger Virgil ging einst durch einen Wald in seine Mühle. Da sah er auf einem Baumstamm ein Buch liegen. Er ging vorbei, weil er glaubte, das Buch habe jemand vergessen. Als er wieder zurückkam, lag beim Buch auch ein Schlüssel dabei. Er ging (abermals) vorüber. Da hörte er eine Stimme, die (zu ihm) sagte, er solle Buch und Schlüssel mitnehmen. Er sah niemanden und wußte auch nicht, woher die Stimme kam. Er konnte aber in dem Buch nicht lesen. Es waren keine Buchstaben (im Buch gedruckt), sondern nur Ziffern und solche Zeichen, wie bei der Stenographie. Über eine längere Zeit schaute er nochmals ins Buch, es war ihm bislang noch nicht eingefallen, den Schlüssel zu Hilfe zu nehmen. Er verwendete den Schlüssel und konnte nun im Buche lesen. Er redete nun sehr vieles von zukünftigen Dingen, aber nur zu Kindern, weil ihm die erwachsenen Leute kaum Glauben schenkten und ihn für einen Narren hielten.“
Dieser Bericht ist, wie vieles von den Aussagen des Egger Gilge, symbolisch zu verstehen: Das Buch mit den geheimnisvollen Zeichen und Ziffern versinnbildet die Zukunft. Die Zeichen die kommenden Ereignisse die Ziffern die Zeiten, wann diese eintreffen werden. Die Tatsache, dass er das Buch zufällig im Wald fand, bedeutet, dass ihm von Gott die Gabe verliehen ward, die Zukunft zu schauen. Der Schlüssel, der beim Buche lag, hat eine doppelte symbolische Bedeutung: Mit einem Schlüssel kann man aufsperren und öffnen, aber auch zusperren und verschließen. Der Schlüssel bedeutet also einerseits die Entschlüsselung der rätselvollen Schau zukünftiger Dinge; andererseits aber auch die Verschlüsselung gewisser Aussagen, die die Zukunft betreffen. Die Stimme, die zu ihm sprach, er solle Buch und Schlüssel zu sich nehmen, ist die Aufforderung Gottes, zu den Menschen von den zukünftigen Dingen zu sprechen. Er sollte die Geheimnisse der Zukunft teils entschlüsselt mitteilen, teils in verschlüsselten Worten bringen.

Das Los der Propheten traf auch den Egger Gilge: Er wurde von seinen Landsleuten nicht ernst genommen, er wurde ausgelacht und als Narr angesehen. Deshalb sprach er nur mehr zu Kindern, das heißt zu denen, die sich ein schlichtes, kindliches Herz bewahrt hatten. Das Manuskript über den Egger Gilge, das seine prophetischen Aussprüche bringt, endet mit den bezeichnenden Worten: „Dieses und ähnliches mehr hat Virgilius Klaunzer, Vulgo Egger Jilgen, seinen Angehörigen, Verwandten und Bekannten, die ihm aber nicht glaubten, sondern ihn verspotteten, vorhergesagt. Vieles, was Jilgen vorhersagte, ging seither schon in Erfüllung. Jilgen war ein einfacher, streng gläubiger, aufrechter Mann, er konnte weder schreiben noch lesen.“

Über das Buch, das heißt also im Sinnbild: über seine prophetische Gabe sagte er oft:
Die Herren von der Obrigkeit werden kommen und mir dieses Buch wegnehmen. Ich werde mit meinen Reden den Herrern viel zu gleim.
Der Verfasser eines kurzen Artikels über den Egger Gilge im Matreier Heimatbuch irrt sich wohl, wenn er glaubt, der Pfleger von Matrei habe dem Egger Gilge das Buch weggenommen. Dieses „Wegnehmen“ geschah und geschieht vielmehr in unserer Zeit. Wenn der Egger Gilge von den „Herren“ spricht, so sind darunter für gewöhnlich die „Herren von der Loge“ zu verstehen. Es sind diejenigen, die heute den Lauf der Dinge bestimmen. Der Volkstümliche Ausdruck „viel zu gleim werden“ heißt soviel wie „jemanden nahetreten“, „jemandem offen die Wahrheit sagen“.

Die Voraussage des Egger Gilge, dass die Herren von der Obrigkeit kommen und ihm dieses Buch wegnehmen werden, hat sich vor allem in unserer Zeit erfüllt, indem der Matreier Prophet von den offiziellen Stellen Osttirols nicht ernst genommen, seine Prophezeiungen also gewissermaßen aufgehoben und „weggenommen“ werden - wie immer das zu verstehen ist. Kennzeichnend für diese Einstellung ist der bereits oben erwähnte Artikel, der im Matreier Heimatbuch über den Egger Gilge enthalten ist. Man muss beim Lesen desselben leider feststellen, dass Egger Gilge und seine prophetischen Aussagen von denen, die heute in Matrei etwas zu sagen haben, belächelt werden. Man scheint sich seiner zu schämen, da die Überschrift des Artikels verhüllend lautet: „Ein Prophet aus dem Alpenland“. Man würde erwarten, dass die Matreier in berechtigtem Heimatstolz die Überschrift wählen: „Egger Gilge, der Prophet aus Matrei in Osttirol“, oder so ähnlich. Es wird dann abwertend geschrieben, dass zur Zeit der Weltkriege gewisse Voraussagen mit Aktualitätsbezug „wieder“ unter der Bevölkerung Osttirols „spukten“. Der Wunsch des Schreibers im Matreier Heimatbuch ist also, dass seine Prophezeiungen in Vergessenheit geraten sollten. Im Artikel wird die prophetische Begabung des Egger Gilge indirekt in Abrede gestellt. Es wird teils auf die allgemeine Natur seiner Prophezeiungen hingewiesen, teils auf die Wünsche der Landbevölkerung, die in den prophetischen Worten zum Ausdruck kämen, teils auf Ereignisse, die jeder hätte voraussagen können, „wie so manches, was der Egger Gille von sich gab (!)” (wörtliches Zitat). Mit den „geradezu apokalyptischen Visionen“ schließlich wird der Verfasser des Artikels absolut nicht fertig, sicherlich aus dem Grund, weil die düsteren Voraussagen für die Zukunft nicht in das Konzept des aufstrebenden Marktes und Fremdenverkehrsortes passen.
Vom offiziellen Osttirol also wird der Egger Gilge nicht beachtet. Er wird totgeschwiegen. Bis zum Jahr 1987 (damals erschien im Loreto-Boten vier Fortsetzungsartikel über ihn) wird kaum jemand außerhalb von Osttirol etwas über den Egger Gilge und seine Voraussagen gehört haben. Das Totschweigen und das Absprechen seiner Prophetengabe, das der Egger Gilge selbst vorausgesagt hat, ist darin begründet, dass seine Aussagen Dinge enthalten, die man nicht hören und wahrhaben will. Es sind die „Herren“ von der Loge, über die in den Prophezeiungen des Egger Gilge viel gesprochen wird. Und diese Herren haben heute die Zügel in der Hand. Die Prophezeiungen des Egger Gilge sind bis jetzt zu etwa 90% in Erfüllung gegangen. Man kann durchaus annehmen, dass sich auch die Übrigen in die Zukunft weisenden 10% erfüllen werden. .....

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Dieses Buch ist nur als eBook erhältlich! Bestell-Nr. e039

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