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Philomena Bild 001

Thomas Nelk

Die heilige Philomena

Jungfrau und Märtyrerin, die Wundertäterin des neunzehnten Jahrhunderts.
Das Leben und die Wunder der heiligen Jungfrau und Märtyrerin Philomena.

Der Leib der heiligen Philomena wird in Rom gefunden

Seit beinahe fünfzehn Jahrhunderten lagen die Reliquien der heiligen Philomena unter der Erde vergraben. Am 25. Mai 1802 wurden sie bei Gelegenheit von Ausgrabungen an den heiligen Begräbnisstätten der Märtyrer in den Katakomben der heiligen Priscilla auf der salarischen Straße gefunden. Zuerst entdeckte man einen Grabstein, dessen Sonderbarkeit auffiel. Er war von gebrannter Erde und mehrere Sinnbilder, die auf Jungfräulichkeit und Martertum hindeuteten, waren auf demselben gezeichnet. Diese Sinnbilder waren von der Querlinie einer Inschrift durchschnitten, deren erste und letzte Buchstaben durch die Arbeiter verletzt zu sein schienen und so lautete: “Philomena, der Friede sei mit dir.”


Ein wunderbares Schimmern

Als der Grabstein erhoben wurde, sah man die sterblichen Überreste der Märtyrerin. An ihrer Seite befand sich ein Gefäß aus sehr feinem Glas, dessen eine Hälfte ganz war. Die andere war zerbrochen. Die inwändigen Seiten des Gefäßes waren mit getrocknetem Blut überzogen. Dieses Blut ist ein sicherer Beweis, Philomena sei eine Märtyrerin: denn in den ersten Zeiten der Christenheit war es üblich, dass das Blut der Märtyrer von frommen Christen aufgefangen wurde.
Während man sich bemühte, das Blut von den Stücken des Gefäßes abzulösen, und man sich auch die kleinsten Teilchen mit großer Sorgfalt in einem kristallenem Gefäß sammelte, bemerkten die anwesenden Personen, unter denen sich Männer von großen Geistesgaben befanden, zu ihrem großen Erstaunen, dass plötzlich das kristallene Gefäß vor ihren Augen zu schimmern anfing. Sie betrachteten diese wunderbare Erscheinung und priesen Gott, dessen Herrlichkeit in seinen Heiligen erglänzt. So wie die Blutteilchen von den Scherben in das kristallene Gefäß fielen, wurden sie glänzend wie Gold. Diese Verwandlung war nicht vorübergehend, sondern blieb anhaltend. Einige Blutteilchen schimmerten wie das reinste und feinste Gold, andere wie Silber, andere wie Diamanten oder Rubinen, wie Smaragde und andere kostbare Edelsteine. Die Farbe des Blutes, ursprünglich braun und dunkel, nahm in dem kristallenen Gefäß eine solche glänzende Farbmischung an, dass sie dem Schimmern eines Regenbogens glich.
Durch solch wunderbares Schimmern verherrlichte Gott die heilige Philomena, die für den Sohn Gottes ihr Blut vergossen hat, bei der Erhebung ihres Leibes aus den unterirdischen Grüften.
Noch heute versetzt dieses Wunder alle in Staunen, die dahin kommen, um es zu sehen. Sie sehen noch immer den Glanz im kristallenem Gefäß, nur dass er nicht immer gleich lebhaft ist und dass die verschiedenen Farben, die sich da spiegeln, zu verschiedenen Zeiten andere Schattierungen annehmen. Bald ist es der Glanz des Rubins; bald wieder der Glanz des Smaragdes, der hervorschimmert, bald verdunkelt sich der Glanz, als ob die Blutteilchen mit Asche bestreut wären. Ein einziges mal erlosch er gänzlich und die Zuschauer, die darüber erschraken, sahen in dem kristallenem Gefäß nichts anderes als Erde. Die Ursache dieser Veränderung, die aber bald aufhörte, war die Gegenwart eines bösen Menschen. Bald darauf starb derselbe eines jähen Todes.


Die Sinnbilder

Noch wusste man aber nichts von der Geschichte des Märtyrertodes der heiligen Philomena. Man konnte nur aus den Sinnbildern, die auf ihrem Grabstein gezeichnet waren, die Umstände ihres Märtyrertodes erraten oder vermuten.

Das erste dieser Sinnbilder war ein Anker. Der Anker ist zwar das Sinnbild der Hoffnung des Christen, aber hier ließ dieses Sinnbild vermuten, Philomena sei ins Wasser versenkt worden, wie einst unter Kaiser Trajan der heilige Papst Klemens in das Meer geworfen worden ist.
Das zweite Sinnbild war ein Pfeil. Derselbe konnte bedeuten, auf Philomena seien Pfeile geschossen worden, wie es unter Kaiser Diokletian auf den heiligen Märtyrer Sebastian.
Das dritte Sinnbild war ein Palmenzweig. Dieses Sinnbild war beiläufig in der Mitte des Grabsteines und war ein Beweis, Philomena habe die Märtyrerpalme siegreich erlangt.
Weiter unten auf dem Grabstein war eine Art Geißel. Daraus konnte man schließen, Philomena sei, wie viele andere Märtyrer, gegeißelt worden.
Man sah auf dem Grabstein auch noch zwei andere Pfeile gezeichnet. Sie sind so gestaltet, dass die Spitze des einen auswärts, die Spitze des anderen einwärts gekehrt ist. Man konnte daraus vermuten, Philomena habe die Marter des Pfeilschießens wiederholt erleiden müssen. Warum aber die Spitze des einen Pfeiles auswärts, die andere einwärts gekehrt ist zu deuten, blieb immer noch schwer. Vielleicht bedeutet es, die Pfeile die man auf Philomena abschoss, seien wunderbarer Weise wieder auf die Schützen zurückgeflogen.
Das letzte Sinnbild auf dem Grabstein war eine Lilie. Dieses Sinnbild ließ nicht zweifeln, Philomena sei nicht nur mit der Märtyrerpalme, sondern auch mit der Würde der Jungfräulichkeit geschmückt, eingegangen in die ewige Herrlichkeit.
Aber ungeachtet dessen, was wir bisher erzählt haben, ließ man den gefundenen Leib der heiligen Philomena noch auf keinem Altar zur öffentlichen Verehrung aussetzen.


Der Leib der heiligen Filomena wird nach Mugnano gebracht

Dem Priester Francesco de Luzia wird in Rom der Leib der heiligen Philomena geschenkt.
Im Jahr 1805 kam Francesco de Luzia, ein eifriger und frommer Priester von Neapel nach Rom mit Bartolomeo de Cesare, der vom Papst zum Bischof von Potenza ernannt wurde. Francesco hatte einen lebhaften Wunsch, für seine Hauskapelle in Mugnano einen heiligen Leib zu bekommen. Er wünschte aber, es sollte der Leib eines Heiligen oder einer Heiligen mit einem bestimmten, eigenen Namen sein. Der Bischof von Potenza unterstützte seine Bitte. Deswegen war Francesco so glücklich, bald nach seiner Ankunft in Rom in den Saal geführt zu werden, wo die sterblichen Überreste der Heiligen aufbewahrt werden. Man überließ es ihm, sich nach Belieben einen heiligen Leib zu wählen. Als er in die Nähe der Gebeine der heiligen Philomena kam, fühlte er plötzlich eine außerordentliche Freude, die selbst auf seinem Angesicht so leuchtete, dass Ponzetti, der Reliquien-Bewahrer, darüber erstaunte. Alle Wünsche des Francesco waren nun auf die Gebeine der heiligen Philomena gerichtet, von einer unwiderstehlichen Macht gerührt, zog er sie allen anderen vor, ohne dass er den Grund dieser Wal angeben musste. Er wagte es aber nicht, seine Wal zu äußern, aus der Furcht, eine abschlägige Antwort zu erhalten. Da sagte der Reliquien-Bewahrer aus eigenem Antrieb zu ihm, er habe an ihm seine Vorliebe für die heilige Filomena bemerkt und wolle sie ihm gerne überlassen, denn er sei überzeugt, “die Heilige wolle in sein Vaterland kommen, um daselbst große Wunder zu wirken.” Diese Worte erfüllten das Herz des Francesco mit Trost und er dachte weiter an nichts anderes, als die Vorbereitungen zu treffen, diesen heiligen Leib übertragen zu lassen.

Schon gab man den Auftrag, dem Francesco noch am selben Tag den heiligen Leib zu übergeben. Aber dieser und die folgenden zwei Tage verstrichen, ohne dass dem Francesco das Versprechen erfüllt wurde. Nun fing er an, zu befürchten, der Reliquien-Verwahrer wolle ihm diesen heiligen Leib verweigern. Diese Furcht war nicht unbegründet, denn in Rom war es nicht üblich, einen ganzen heiligen Leib, der seinen eigenen Namen hat, an einzelne Personen zu überlassen, da zu dieser Zeit bei den jährlichen Ausgrabungen nur sehr wenige heilige Leiber dieser Art gefunden wurden. Deshalb wurden solche heiligen Leiber nur Bischöfen oder für Kirchen hergegeben. Wirklich ließ der Reliquien-Verwahrer Ponzetti dem Francesco sagen, es sei nicht möglich, sein Versprechen zu halten und er gestattete ihm dagegen, sich einen aus zwölf heiligen Leibern, die einen eigenen Namen hatten, auszuwählen. Francesco war nun in großer Verlegenheit, da er schon alle Vorbereitungen für die Übertragung der heiligen Philomena und deshalb Briefe nach Neapel und Mugnano geschrieben hatte. Noch andere Umstände vermehrten seine Verlegenheit und schon bei dem Gedanken an eine andere Wahl, als die der heiligen Philomena, geriet er in Bestürzung. Er wagte es nicht, noch einmal um diesen heiligen Leib zu bitten. Aber Gott fügte es, dass ihm kurz darauf dieser heilige Leib in Verwahrung gegeben und vollends zum Eigentum geschenkt wurde.


Die heilige Philomena wird nach Neapel übertragen

Nun beschlossen Francesco und der Bischof von Potenza, dass die Kästchen, in denen sich die heiligen Reliquien befanden, auf der schönsten Stelle ihres Reisewagens sein sollten, damit die Gegenwart der Reliquien sie zur Andacht und Verehrung antreibe. Aber bei der Abreise waren die zwei Herren so sehr in Anspruch genommen, dass sie ihren Vorsatz nicht mehr beachteten und die Leute, die beauftragt waren, das Reisegepäck auf den Wagen zu bringen, legten die Reliquienkästchen in den Sitzkasten, auf dem der Bischof von Potenza sass. Als sie von Rom abfuhren, verspürte der Bischof einige Stöße an seinen Füßen, sein Schmerz war um so größer, da seine Füße wegen der vielen Feuchtigkeit leidend waren. Erschrocken sprang er auf und ohne weiter nachzudenken, beklagte er sich über den Fahrer, dass er die Reliquienkästchen nachlässig auf den Wagen geworfen und nicht richtig befestigt habe, denn er meinte, die Reliquien-Schreine haben mit solcher Gewalt seine Füße getroffen. Der Fahrer erwiderte ihm: “Wie ist das möglich, Herr? Sie sehen ja selbst, dass die Kästchen, von denen Sie reden, im hinteren Sitzkasten eingeschlossen sind und Sie unmöglich belästigen können.” - Hierauf stieg der Fahrer in den Wagen und zeigte ihm, wie diese geordnet waren. Der Bischof überzeugte sich, dass sie sich nicht bewegen konnten. Man setzte die reise fort. Aber der Bischof fühlte neuerdings eben so starke und weit schmerzlichere Stöße als zuvor. Er wiederholte dieselbe Klage und befahl, die Reliquien-Kästchen sofort woanders hinzustellen, denn er meinte, ihre Bewegung verursache sein Leiden. Als man ihn aber zufrieden stellen wollte, sah er selbst ein, dass seine Füße zu weit von der Sitzbank entfernt waren, um Stöße der Reliquienkästchen spüren zu können. Er setzte sich wieder, ohne den Befehl ausführen zu lassen. Aber die Stöße und Schmerzen wiederholten sich zum dritten Mal und zwar so gewaltig, dass der Bischof die Kästchen aus der Sitzbank nehmen lies, indem er sagte: “Und wenn ich sie bis nach Hause in meinen Armen tragen müsste, so müssen sie von hier weg!” Man tat nun, was er verlangte und legte die Reliquienschreine in den Vorderteil des Wagens. Von diesem Augenblick an waren die Schmerzen weg. Weder der Bischof, noch einer aus seiner Reisegesellschaft, noch jemand aus seinem Gefolge begriff, woher die Stöße kamen. Als sie aber später über die Umstände genauer nachdachten und sich erinnerten, wie man am Vorabend der Reise sich vorgenommen habe, die Reliquien an der besten Stelle im Wagen unterzubringen, erkannten sie erst, dass die Stöße von den heiligen Reliquien herkamen, weil man den Vorsatz nicht eingehalten hat. Daher verdemütigten sie sich und besonders der Bischof bat mit entblößtem Haupt und mit Tränen in den Augen die Heilige um Vergebung und küsste ihre Reliquien mit tiefer Ehrfurcht und innigster Andacht.
Auf der Fahrt von Seffa nach Kapua hatten die Reisenden eine große Gefahr zu bestehen, die ihnen fast das Leben gekostet hätte. Sie schrieben ihre Rettung der Fürbitte der heiligen Philomena zu.
Nach der Ankunft in Neapel wurden die Reliquien in das Haus von Antonio Terres gebracht. In seiner Hauskapelle wurden die Reliquien-Kästchen zum ersten Mal geöffnet und nachdem alle Zeremonien, die bei solchen Ereignissen üblich sind, vorüber waren, ordnete man die heiligen Gebeine und legte sie in ein schönes Bildnis der Heiligen aus gepresstem Papier das mit einfachen, schönen und zierlichen Stoffen bekleidet war.
Als all dies geschehen war, legte man den heiligen Leib in einen Reliquien-Schrein, der eigens dazu gefertigt wurde. Die Türe des Schreines wurde verschlossen und von der geistlichen Behörde versiegelt. .....

DIN A6, 178-seitig, Bestell-Nr. 037

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